Nikolaustag am 6. Dezember: Geschichte, Bräuche und Stiefel füllen
Veröffentlicht 25. Oktober 2026 · GiveOwl
Am 6. Dezember wird an den heiligen Nikolaus von Myra erinnert. Hier steht, was kirchliche Quellen über sein Leben sagen, woher das Stiefelfüllen kommt und was sich laut Bundeszentrum für Ernährung in den Stiefel legen lässt.
Termin 2026
- Nikolausabend: Samstag, 5. Dezember 2026. Am Vorabend stellen Kinder traditionell ihre geputzten Stiefel vor die Tür.
- Nikolaustag: Sonntag, 6. Dezember 2026 (er fällt 2026 auf den 2. Advent).
Der Wochentag ist unsere Berechnung aus dem Kalender. Dass Kinder die Stiefel am Vorabend herausstellen, schreibt das Erzbistum Paderborn.
Wer war der heilige Nikolaus?
Nikolaus war Bischof von Myra in Lykien (heute Demre in der Türkei). Das Erzbistum Paderborn schreibt, man wisse nur wenig aus seinem Leben und es ranken sich viele Legenden um ihn. Die kirchlichen Quellen nennen leicht unterschiedliche Daten:
- Geboren in Patara: um 280 (Erzbistum Paderborn), um 270 (Erzdiözese Wien) oder zwischen 270 und 286 (Bistum Essen).
- Gestorben vermutlich an einem 6. Dezember, um das Jahr 350 (Paderborn, Bistum Essen). Die Erzdiözese Wien nennt Angaben zwischen 343 und 351.
- Konzil von Nizäa (325): Nach dem Bistum Essen war Nikolaus vermutlich dabei; Paderborn nennt seine Teilnahme ebenfalls.
- Verehrung: Erste Belege gibt es laut Bistum Essen etwa 200 Jahre nach seinem Tod: Um 550 ließ Kaiser Justinian in Konstantinopel eine Nikolauskirche bauen. 1087 brachten italienische Kaufleute die Reliquien von Myra nach Bari, wo sie bis heute verehrt werden.
Das Erzbistum Paderborn weist außerdem darauf hin, dass hinter der Heiligenfigur zwei historische Personen stehen: Nikolaus von Myra und Nikolaus von Sion, der im 6. Jahrhundert lebte und später Bischof von Pinara war. Beide seien später zu einer Figur verschmolzen.
Woher kommt das Beschenken?
- Legende von den Goldklumpen: Nikolaus soll in drei Nächten heimlich Gold durch das Fenster eines Hauses geworfen haben, damit ein verarmter Vater die Mitgift für seine drei Töchter aufbringen konnte (Paderborn, Bistum Essen, Erzdiözese Wien).
- Kinderbischof: Im Mittelalter wählten Klosterschüler am Vorabend des Festes einen „Kinderbischof“, der für einen Tag symbolisch die Herrschaft übernahm, tadelte und mit Süßigkeiten belohnte (Erzdiözese Wien, Paderborn).
- Schiffchen: Das Bistum Essen schreibt, der Brauch mit den Stiefeln könnte sich aus dem „Schiffchensetzen“ entwickelt haben: Geschenke lagen in kleinen Papierschiffchen, später wurden daraus Stiefel, Socken oder Teller.
- Reformation: Die große Bescherung verlagerte sich vom 6. Dezember auf die Weihnachtstage (Paderborn, Bistum Essen).
Zwei Bräuche heute
- Stiefel füllen: Der Nikolaus füllt die Stiefel über Nacht mit Süßigkeiten, Gebäck, Obst, Nüssen und kleinen Geschenken. Das Erzbistum Paderborn nennt das „Einlegebrauchtum“.
- Nikolaus kommt zu Besuch: In manche Familien, Kitas und Schulen kommt der Nikolaus persönlich, manchmal mit einem Begleiter: in unseren Breiten Knecht Ruprecht, anderswo Zwarte Piet, Krampus oder Bullerklas (Paderborn). Das nennt Paderborn „Einkehrbrauchtum“. Die Erzdiözese Wien schreibt, der Krampus sei erst später zum Fest hinzugekommen.
- Nikolaus ist nicht der Weihnachtsmann: Der Nikolaus trägt als Bischof Bischofsgewand mit Mitra und Stab, der Weihnachtsmann einen roten Mantel mit weißem Pelzbesatz (Paderborn).
- Weckmann oder Stutenkerl: Das Bistum Essen schreibt, dass Hefemännchen mit Rosinenaugen und Pfeife von Anfang November bis Mitte Dezember in vielen Bäckereien verkauft werden. Im Rheinland und weiter südlich heißen sie Weckmann, in Westfalen und weiter nördlich Stutenkerl.
Den Stiefel füllen: Ideen vom BZfE
Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erinnert an den alten Spruch „Apfel, Nuss und Mandelkern mögen alle Kinder gern“, der aus Theodor Storms Gedicht „Knecht Ruprecht“ stammt, und schlägt vor:
- Obst: ein roter Nikolausapfel, dazu Orangen oder Mandarinen.
- Nüsse und Trockenfrüchte: Walnüsse zum Knacken; ungezuckerte Trockenfrüchte wie Rosinen, Feigen, Datteln, Pflaumen, Aprikosen oder Mangostücke.
- Gemüsechips selbst gemacht: Möhren, Zucchini, Kürbis oder Rote Bete schälen, in dünne Scheiben schneiden, mit wenig Öl vermengen und auf einem Backblech mit Backpapier im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad 20 Minuten backen.
- Obstchips: dünne Apfel- oder Birnenscheiben bei 50 Grad rund drei Stunden im Ofen trocknen; ein Kochlöffel in der Ofentür lässt die Feuchtigkeit entweichen. Vor dem Verpacken vollständig abkühlen lassen.
- Süßes in Maßen: eine ausgewogene Mischung; ein kleiner Schokoladennikolaus schmeckt laut BZfE genauso gut wie ein großer. Früchteriegel oder selbst gebackene Plätzchen (Rezept für Ausstechplätzchen) sind eine Alternative zu Marzipankartoffeln oder Konfekt.
- Ein kleines Geschenk: zum Beispiel ein Buch, Buntstifte, Aufkleber oder eine Trinkflasche.
Nüsse, Mandeln, Schokolade und Gebäck können Allergene wie Schalenfrüchte, Milch, Gluten oder Ei enthalten. Prüfe die Zutatenlisten, bevor du Stiefel für andere Kinder befüllst. Dieser Hinweis stammt von uns, nicht vom BZfE.
Nikolaus und Adventskalender
Der Nikolaustag ist Türchen Nummer 6 im Adventskalender; 2026 fällt er zugleich auf den 2. Advent. Mehr zur Geschichte der Kalender: Adventskalender: Geschichte und Tradition. Und die Geschichte des Adventskranzes: Adventskranz: Geschichte, Kerzen und Brandschutz.
Weiterlesen
Alle Termine der Adventszeit 2026 stehen in Weihnachten in Deutschland: Traditionen und Rezepte.